Monitoring und Umsetzen einer Baumsanierung

Monitoring Télécharger en PDF

Monitoring geht über die normale Pflege durch Gärtner hinaus und betrifft daher eher funktionierende Baum-Altbestände und wird von Baumgutachtern durchgeführt.

Baumkataster Télécharger en PDF

Zur Verwaltung des Straßenbaumbestandes und dessen Monitoring ist ein Baumkataster sinnvoll. Neupflanzungen sollten bis zum bis zum 30. Dezember des jeweiligen Jahres im Baumkataster erfasst werden.

→ siehe Monitoring und Umsetzen einer Baumsanierung

Warnsignale Télécharger en PDF

Bäume zeigen oft sichtbare Anzeichen, die auf Sanierungsbedarf hindeuten

Optische Warnsignale

Blätter

  • Verfärbungen: Gelbe, braune oder welke Blätter außerhalb des Herbstes (Hinweis auf Nährstoffmangel, Wassermangel oder Krankheiten).
  • Vorzeitiger Blattfall: Kann auf Trockenstress oder Wurzelschäden hindeuten.
  • Kleine oder deformierte Blätter: Möglicher Hinweis auf Schädlingsbefall oder Nährstoffmangel.

Rinde und Stamm:

  • Risse oder Abplatzungen: Können auf Frostschäden, Trockenstress oder Pilzbefall hindeuten.
  • Harzaustritt: Besonders bei Nadelbäumen ein Warnsignal für Stress oder Schädlingsbefall.
  • Pilze oder Fruchtkörper am Stamm: Deuten auf Fäulnis oder Schwäche des Baumes hin.

Wurzeln

  • Freiliegende Wurzeln: Können auf Erosion oder mechanische Beschädigung hinweisen.
  • Fauliger Geruch: Zeigt Wurzelfäule durch Staunässe an.

Krone

  • Absterbende Äste oder Kronenteile: Können auf Pilzbefall oder mechanische Schäden hindeuten.
  • Asymmetrisches Wachstum: Kann auf Lichtmangel oder einseitige Schädigung hinweisen.

Wachstumsbezogene Warnsignale:

  • Verlangsamtes oder ausbleibendes Wachstum: Kann auf Nährstoffmangel, Wassermangel oder Wurzelschäden hindeuten.
  • Schwache Verzweigung: Zeigt oft Lichtmangel oder Konkurrenz durch andere Pflanzen an.
Kennwerte Télécharger en PDF
Kennwert Optimaler Bereich Messmethode Handlungsbedarf bei Abweichung
Bodenfeuchtigkeit 40-60 % der Feldkapazität Feuchtigkeitssensoren oder manuelle Prüfung (z. B. mit Spaten) Bewässerung anpassen                             (bei <30 % oder >80 %)
pH-Wert des Bodens 5,5 – 6,5 (je nach Baumart) Bodenanalyse (Testkits oder Labor) Kalkung oder Säuerung des Bodens
Nährstoffgehalt (NPK) Ausgewogenes Verhältnis (je nach Bedarf) Bodenanalyse oder Blattanalyse Düngung anpassen
Stammumfang Regelmäßiges Wachstum (artabhängig) Messung mit Maßband in 1 m Höhe Überprüfung auf Wachstumsstörungen
Blattgröße und -farbe Arttypische Größe und Farbe Visuelle Kontrolle Nährstoffmangel oder Schädlingsbefall behandeln
Wurzelentwicklung Gleichmäßige, gesunde Wurzeln Vorsichtiges Freilegen der Wurzeln (bei Jungbäumen) Bodenlockerung oder Schutzmaßnahmen
Monitoring-Methoden Télécharger en PDF

Visuelle Kontrollen:

  • Regelmäßige Inspektionen auf Warnsignale wie Verfärbungen, Risse oder Schädlinge.

Technische Hilfsmittel:

  • Bodenfeuchtigkeitssensoren / Lysimeter: Automatische Messung der Bodenfeuchte
  • pH-Meter: Schnelle Überprüfung des Boden-pH-Werts
  • Dendrometer/ Wachstumsmarkierungen: Markieren des Stammumfangs, um Wachstum zu dokumentieren.
  • Saftstromsensor
  • Bohrwiderstandsmessung / Resistographie: zur Identifizierung von Stammfäule

Dokumentation:

Führen eines Pflegetagebuchs mit Fotos, Messwerten und durchgeführten Maßnahmen.

Baumkontrolle:

  • i.d.R. jährlich
    Häufigkeit kann aber davon abweichen, je nach

    • Anlass wie Bauarbeiten, Anfahrschäden, Sturm, Hagel
    • Baumart, -standort und -alter

Abb. Schemaskizze eines Schwammstadtlysimeters in der Jägerhausgasse in Wien

Quelle: https://stadtundgruen.de/artikel/entwicklung-und-umsetzung-in-oesterreich-das-schwammstadtprinzip-fuer-baeume-5226

Mögliche Vorgehensweisen zur Baumsanierung Télécharger en PDF

Eine weitere Motivation zur Baumsanierung ist neben der Baumgesundheit, die Tatsache, dass Baumbesitzer für Schäden durch Bäume (herabfallende Äste, umstürzende Bäume) haften.

Je nach Schadensbild und Baumart kommen verschiedene Maßnahmen infrage, die in der ZTV-Baumpflege genauer beschrieben werden:

Kronenschnitt:

  • Totholzentfernung: Entfernen abgestorbener Äste, um Pilzbefall zu verhindern.
  • Formschnitt: Anpassung der Krone zur Entlastung des Baumes.
  • Lichtschnitt: Auslichten der Krone, um Windwiderstand zu reduzieren.

Wundbehandlung:

  • Glätten von Rissen oder Wunden mit scharfem Werkzeug.
  • Keine Wundverschlussmittel verwenden (moderne Empfehlung: natürliche Überwallung fördern).

Bodenverbesserung:

  • Lockern verdichteter Böden (z. B. durch Belüftung oder Mulchauftrag).
  • Düngung bei Nährstoffmangel (Bodenanalyse empfohlen).

Statische Sicherung:

  • Kronensicherung mit Seilen oder Stützen bei instabilen Bäumen Wurzelverankerung durch spezielle Systeme.

Pflanzenschutz:

  • Gezielte Behandlung von Schädlingen oder Pilzen (z. B. mit biologischen Mitteln).

Großbaumverpflanzungen

  • spezielle Ausführung und Pflege (siehe ZTV-Großbaumverpflanzung)
Einflussfaktoren – Anpassungen je nach Situation Télécharger en PDF
  • Die Wahl der Sanierungsmethode hängt von mehreren Faktoren ab:
  • Baumart: Manche Arten vertragen radikale Schnitte besser als andere.
  • Standort: Stadtbäume haben oft andere Anforderungen als Waldbäume.
  • Jahreszeit: Sanierungen sollten idealerweise in der Vegetationsruhe (Herbst/Winter) erfolgen.
  • Schadensausmaß: Bei starkem Befall oder Instabilität kann eine Fällung unumgänglich sein.
  • Kosteneffizienz: Nicht alle Maßnahmen sind für jeden Baum wirtschaftlich sinnvoll.
  • Langfristigkeit: Bei Planungsvorhaben nicht nur Ist-Zustand von Bäumen beachten, sondern auch ihre zukünftige Entwicklung bedenken!

Ein Nachweis fachgerechter Pflege kann durch regel-mäßige Dokumentation und Monitoring sicher gestellt werden

Beispiele für Sanierungsmaßnahmen Télécharger en PDF

Situation

Maßnahme

Ziel

Abgestorbene Äste in der Krone Totholzentfernung und Auslichten Vermeidung von Pilzbefall und Bruchsicherheit
Risse in der Rinde Wundrand glätten, natürliche Über-wallung fördern Verhindern von Fäulnis
Statische Schwäche (Schiefstand, Risse) Kronensicherung oder Fällung prüfen Stabilisierung des Baumes
Bodenverdichtung Mulchauftrag und Belüftung Verbesserung der Wasser- und Nährstoffaufnahme
Trocken-stress Tiefenbewässerung und Mulchen einleiten Feuchtigkeits-speicherung, Erhalt von Vitalität und Funktionalität
Nährstoff-mangel Gezielte Düngung oder Bodenverbesserung Erhalt von Vitalität und Funktionalität
Schädlings-befall biologische oder mechanische Bekämpfung Erhalt von Vitalität und Funktionalität
Pilzbefall Betroffene äste entfernen Erhalt von Vitalität und Funktionalität
Baumaßnahme am Baum-standort Verpflanzung Ökologische Verluste minimieren
Baum entwickelt sich nicht artgerecht z.B. Baumscheiben-vergrößerung/ Begrünung der Baumscheibe Erhalt von Vitalität und Funktionalität