Dimensionierung des Wurzelraums

Kennwerte Télécharger en PDF
Baumgröße Mindestvolumen für durchwurzel-ba­ren Raum   Mindestfläche für nicht überbaubare Baumscheiben 
Großbaum (ab ca. 20m Höhe) 36 m3 15 m²
Mittelgroßer Baum (ca. 10 bis 20m Höhe) 24 m3 12m²
Kleinbaum (bis ca. 10m Höhe) 12 m3 9m²
  • Tiefe des durchwurzelbaren Raumes (Pflanzgrubentiefe) = 1,5 m
  • Pflanzstreifen mit Mindestbreite von 2,5 m

→ Siehe Maßnahmen für eine intensive Nutzung des Regenwassers/ Schwammstadtprinzip/ Blau-grüne Straßen, „Blau-grüner Korridor“

  • Mittelstreifen sollten eine Mindestbreite von 5 m haben und idealerweise von allen anderen Infrastrukturen freigehalten werden.

Abb. Umsetzmöglichkeit der Kennwerte 1/200

Z+B

Einflussfaktoren Télécharger en PDF
  • Die Baumart bestimmt das Wurzelsystem (Flach-, Tief- oder Herzwurzler).
  • Mit steigendem Baumalter und größer werdender Krone steigt auch das nötige Wurzelvolumen eines Baumes.

Abb. Schematische Darstellung der Entwicklung von Kronen- und Wurzelvolumen

→ siehe Vorbereitende Arbeiten um eine artgerechte Pflanzung sicherzustellen, „Erweiterung des durchwurzelbaren Raums durch Belüftung angrenzender Flächen„

  • Bodenbeschaffenheit des Standortes: Anstrengungen für Bodengutachten und Bodenverbesserung machen sich langfristig gesehen immer bezahlt

→ siehe Vorbereitende Arbeiten um eine artgerechte Pflanzung sicherzustellen

  • Je optimaler die Bedingungen fürs Wurzelwachstum sind, um so besser ist die Baumgesundheit, um so nachhaltiger die Baumpflanzung.
  • Verdichtung vermeiden!
  • bei der Düngerwahl Langzeitdünger wählen
  • Priorisierung Klimafreundlichkeit/ Schwammstadt à Priorisierung Bäume à Priorisierung des Wurzelvolumens
  • Baumstandort mit Doppelnutzung (Wurzelvolumen + Retentionsspeicher oder Baumscheibe = Baumrigole)

→ siehe Maßnahmen für eine intensive Nutzung des Regenwassers/ Schwammstadtprinzip

  • gemeinsames Wurzelvolumen für mehrere Bäume
  • Verbindung von Pflanzgruben über Wurzelgräben

→ siehe Vorbereitende Arbeiten um eine artgerechte Pflanzung sicherzustellen, „Grabenbelüftung“

Häufige Hürden und Lösungsansätze Télécharger en PDF

Kein Verständnis für Relevanz der Größe und der Qualität des Wurzelraums bei Infrastrukturplanern und Gemeinde

  • Sensibilisierung, frühe Einbindung während der Planung

Die Mindestfläche kann nicht erreicht werden, z.B. durch bestehende Infrastruktur

Falls am Extremstandort „Stadtstraße“ Vorgaben nicht vollständig umsetzbar sind, kann der Wurzelraum durch folgende Maßnahmen vergrößert und die Standortbedingungen verbessert werden:

  • Tiefere Baumgruben (tiefer als 1,5m), dafür weniger Oberfläche
  • Erweiterung des Wurzelraums unter Verkehrsflächen (Parkstreifen, Fuß- und Rad-wege, Plätze), siehe Beispiele auf der nächsten Seite.
  • Belüftung der Baumscheibe durch Wurzelgräben mit offenporigem Mineral-gemisch

Der Wurzelraum wurde richtig dimensioniert, aber er leidet trotzdem unter Bodenverdichtung und -versiegelung (Luft- und Wassermangel bzw. Staunässe)

  • Kontrolle und Sensibilisierung auf der Bau-stelle
  • Technische Maßnahme wie erweitertes, verzahntes Baumgrubenprofil, Drainage, Baumrigole
  • Verwendung spezieller, leicht verdichtbarer Substrate.

Wurzelkonflikte mit Gebäuden, Wegen oder anderen Pflanzen, das minimale Pflanzvolumen kann nicht eingehalten werden

  • Spezifische Artenwahl (z. B. kleinwüchsige Sorten für enge Standorte)
  • Kübelpflanzen: eignen sich als flexible, temporäre Lösung für Begrünung in stark versiegelten oder infrastrukturell eingeschränkten Bereichen; sie dürfen dauerhafte, großvolumige Baumpflanzungen mit ausreichend Wurzelraum nicht ersetzen.

Der notwendige Abstand zu bestehenden unterirdischen Leitungen kann nicht eingehalten werden

Leitungen der Ver- und Entsorgung sind bei Pflanzungen zu berücksichtigen. In innerstädtischen Straßen kann der DIN-18920-Abstand von 2,5 m zu Leitungen oft nicht eingehalten werden.

  • Technische Maßnahmen: Mit geeigneten Schutzmaßnahmen wie dem Einbringen von Wurzelschutzbahnen/ Rhizomsperren kann der Abstand in solchen Fällen verringert werden.
  • Die Kosten für Wartung, Reparatur und Ausbau der Leitungen werden in der Regel über Netzentgelte an den Netzbetreiber oder Gebühren und Steuern der Gemeinde finanziert bzw. durch den Schadensverursacher. Für Leitungen auf Privatgelände ist der Grundstückseigentümer verantwortlich.

Einbau von Schwammstadtsubstrat und Drainage

Beispiele Télécharger en PDF

bei (zu) kleiner offener Baumscheibe, z.B. Wurzelraumerweiterung unter dem Parkstreifen oder unter der Fahrbahn

→ siehe Vorbereitende Arbeiten um eine artgerechte Pflanzung sicherzustellen, « Schwammstadtsubstrat » unter « Erweiterung des durchwurzelbaren Raums durch Belüftung angrenzender Flächen »

Z+B Projekt „Avenue 2025“