Vorbereitende Arbeiten, um eine artgerechte Pflanzung sicherzustellen
Checkliste der notwendigen Arbeiten und Kontrollen Télécharger en PDF
Verwendung des anstehenden Bodens, der direkt oder nach Verbesserung folgende Eigenschaften aufweisen soll:
- gute Durchwurzelbarkeit
- ausreichende Verfügbarkeit von Luft, Wasser, und Nährstoffen
- keine oder nur geringe Verdichtung
- keine oder nur geringe Versiegelung
- pH-Wert möglichst unter 7*
- keine Schadstoffbelastung
- kein Schaderregervorkommen
Bodenaustausch durch Pflanzensubstrat
Sofern das nicht möglich ist, muss ein Bodenaustausch mit einem Pflanzensubstrat stattfinden.
Das Substrat sollte folgenden Eigenschaften haben:
- hohe Struktur- und Verdichtungsstabilität, um Verlagerungen und Verdichtungen – beispielsweise durch Erschütterungen des Verkehrs – auszuschließen
- Körnung: Anteil der Kornfraktion 0,063 bis 2,0 mm mindestens: 30 Massen%
- → Nicht überbaute Pflanzgrube: 0/11 bis 0/32 mm
- → Überbaute Pflanzgrube: 0/16 bis 0/32 mm
- Wasserdurchlässigkeit: kf ≥ 5,0*10-6 m/s
- Wasserkapazität: mindestens 25 Volumen% Je nach Standort anzupassen.
- Luftkapazität: mindestens 10 Volumen% bei maximaler Wasserkapazität, bei pF 1,8 (Anteil an weiteren Grobporen) mindestens 15 Volumen%
- Anteil organischer Substanz: 1 bis 4 Massen% (offene, nicht überbaute Pflanzgrube) beziehungsweise 1 bis 2 Massen% (überbaute Pflanzgrube), hinzufügen von Kompost nur mit Rottegrad 5. Gewachsener Oberboden sowie Kompost und andere organischen Substanzen dürfen wegen der Faulgasbildung nicht in die tieferen Schichten (tiefer -0.4 m) eingebracht werden.



Beim Substrat sollten außerdem folgende Eigenschaften geprüft werden:
- Bodenreaktion: pH-Wert (CaCl2) von 5,0 bis 8,5*
- → für kalkliebende oder kalkhaltige Böden bevorzugende Arten pH-Wert: 7,0 bis 8,5
- → für kalkmeidende Arten oder Arten, die saure bis neutrale Reaktion bevorzugen pH-Wert: 5,0 – 7,0
- Salzgehalt: Gehalt an löslichen Salzen im Wasserauszug ≤ 150 mg/ 100 g
- Von hohen Nährstoffbevorratungen ist im Hinblick auf die mögliche Umweltbelastung durch Auswaschung in der Zeit zwischen Einbau des Substrates und Pflanzung abzusehen. Eine ergänzende Nährstoffversorgung durch Düngungen sollte erst bei der Pflanzung und im Rahmen der weiteren Pflege erfolgen.
- Bodenhilfsstoffe (zur Förderung des Bodenlebens, die Abpufferung von erwartetem Streusalzeintrag, die Bindung von Schadstoffen, die Förderung des Wurzelwachstum durch z.B. Alginate und Huminstoffe oder die Förderung der Wasser- und Nährstoffaufnahme der Wurzeln durch z.B. Mykorrhiza-Impfstoff) können je nach Eignung und vorgesehenem Verwendungszweck in vergleichbar geringen Mengen entweder dem Substrat zugesetzt oder bei der Pflanzung in das Pflanzloch gegeben werden.
- Zusätze sind vorrangig in Form von RC-Baustoffen aus Luxemburg und Umgebung, sowie zu 100 % recycelt und wieder recycelbar zu verwenden und dürfen keine Umwelt oder Pflanzen schädigenden Inhaltsstoffe aufweisen.
- Lieferung, Einbau und Zusammensetzung von Oberböden, Unterböden, Stoffe für Substrate, Bodenverbesserungsstoffe und Dünger entsprechen den Vorgaben der DIN 18915 „Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Bodenarbeiten“
- Kontrolle des Pflanzsubstrates auf die erforderlichen Eigenschaften vor dem Einbau
- Vorhandensein aussagekräftige Prüfnachweise
Erfüllt die Pflanzgrube/ das Pflanzloch und die Baumscheibe folgende Kriterien:
- wasserdurchlässige Pflanzgrubensohle (Kf-Wert ≥ 1,0 x 10-6 m/s) von mindesten 50 cm Stärke
- leitungsfrei (Überprüfung über Suchschlitze)
- Pflanzgrubenaushub mindestens in der Größe der vorhandenen beziehungsweise geplanten Baumscheibe
- ordnungsgemäße Entsorgung des ausgehobenen, nicht verwendbaren Bodens
- Lockerung von Grubensohle und -wand, die Sohle mindestens 15 cm tief
- Verbesserung des an die Pflanzgrube angrenzenden Bodens, falls dieser nicht durchwurzelbar ist
- Vermeidung von Bodenverdichtungen
- Pflanzgräben für Baumreihen
- Größe des Pflanzlochs mindestens 1,5-fachen Durchmesser des Ballens
Erweiterung des durchwurzelbaren Raums durch Belüftung angrenzender Flächen
- Grabenbelüftung: Grabenförmiger Belüftungskörper unter versiegelter Fläche mit Breite ≥ 30 cm, Tiefe ≥ Pflanzgrubensohle, verfüllt mit 8/22 mm oder gröberem Material, gegebenenfalls Geotextilfilter einbauen, um Filterstabilität zur Tragschicht zu gewährleisten. Anschluss an Oberfläche durch vertikale Kunststoffrohre (z. B. Dränrohr DN 100, nicht verfüllt) im Abstand von max. 5 m. Luftaustausch kann durch Ablaufaufsätze erfolgen.
- Tiefenbelüftung: 4 Bohrungen (Durchmesser ≥ 30 cm und Tiefe ≥ 150 cm) im Sohlbereich der Pflanzgrube, Dränrohre (z. B. DN 100) eingesetzt und mit mineralischen Baustoffen (Körnung 4/22 mm oder 8/22 mm) ummantelt, von der Sohle bis zur Belagsoberfläche geschlossenwandige, nicht verfüllte Rohre mit Abschlusselement (z. B. Aufsätze mit Rost).
- Schwammstadtsubstrat unter Belag: Einbau von Schwammstadtsubstrat, z.B. Schotter 90/150 mm auf waagrechtem Planum, in 30 cm dicken auf 35 MN/m² verdichtete Schichten, eingeschlämmt mit 90 l/m² Kompostkohle : Feinsand im Verhältnis 1 : 4
→ siehe Maßnahmen für eine intensive Nutzung des Regenwassers/ Schwammstadtprinzip



Kontrolle der Baumschulware bei der Lieferung
- Vollständigkeit und Richtigkeit
- durchgeführten Erziehungs- und Aufbauschnitt
- ausreichende Feuchte von Ballen und Wurzelwerk
- Transportschäden
- Schaderreger
Qualität der Baumschulware
- Pflanzenware entspricht den TL-Baumschulpflanzen – Technischen Liefer-bedingungen für Baumschulpflanzen (Gütebestimmungen) der Forschungs-gesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL)
- Gehölze wurden möglichst in der Baumschule ausgebunden und verplombt. Eine farbliche Markierung des Stammanlaufs auf der Südseite gibt Auskunft über die korrekte Pflanzhöhe und die Ausrichtung hinsichtlich der Sonneneinstrahlung am Endstandort
- fester, gut durchwurzelter Ballen mit deutlich sichtbaren Wurzelanläufen
- entweder Drahtballen oder Container
- gerade Stammverlängerung (Leittrieb), sofern artspezifisch
- artgerechter Kronenaufbau (ausgereifte Äste, keine Zwiesel)
- ausgewogenes Verhältnis von Krone, Stamm und Wurzeln
- keine Rinden- oder Holzschäden, keine großen Schnittwunden
- kein Befall mit Schadorganismen
- vorhandener Herkunftsnachweis
- zu dem späteren Straßenstandort passende Bodenbedingungen in der Baumschule
- Empfehlung dreimal oder viermal verpflanzter Hochstämme (3×vH oder 4×v H)
- oft werden Mindestgrößen von 18/20 oder 20/25 empfohlen, um schnellere Effekt zu erhalten
- Empfehlung für 18/20, da sie das größte Anwachs- und Zuwachspotential haben
- Alleebäume haben empfohlene Mindeststammhöhe von 200 cm, ab Stammumfang 16 cm 220 cm, ab 25 cm 250 cm
- schrittweise Aufastung zur Erzielung des Lichtraumprofils möglich (wenn Alleebaum)
- Aufwuchs der Ware in der für Luxemburg passenden Winterhärtezone für mindestens 3 Jahre
- möglichst geringer späterer Pflegeaufwand (z.B.: keine Neigung zu Wurzel- und Stammaustrieben, keine ausladende Kronenbildung, keine Flachwurzeln)
- Protokoll der Ergebnisse
Fachgerechter Transport und Lagerung
- Verhinderung von Schäden durch unsachgemäßes Ver- und Abladen, Transportieren sowie Lagern
- Gehölztransport nur über Ballen oder Container, Schlingen oder ausschließliches Anheben über den Stamm sind (wegen Rindenverletzungen) untersagt
- fachgerechte Zwischenlagerung bei nicht sofortiger Pflanzung: Abdeckung und Feuchthaltung der Ballen mit geeigneten Materialien (z.B. Sackleinen, Rindenmulch, Erde oder feuchtem Sand)
- fachgerechter Einschlag gemäß DIN 18946 bei Lagerung über 48 Stunden ist ein fachgerechter mit regelmäßig Kontrolle und Wässerung entsprechend den Erfordernissen

Häufige Hürden und Lösungsansätze Télécharger en PDF
Auftragnehmer/-in hat Baumgrube bei Baustellen-besichtigung schon wieder verfüllt
- Verfüllung darf nur nach Abnahme der Baumgrube erfolgen
- Klare Klauseln in Ausschreibungsunterlagen festhalten, wie damit umgegangen wird
Auftragnehmer/-in gibt Lieferdatum nicht rechtzeitig (zur Kontrolle) bekannt
- Strafen in den Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen
Auftragnehmer/-in verwendet nicht das vorgegebene Substrat
- Prüfnachweis bei Ausschreibungsunterlagen + Abrechnung nach Lieferschein
Auftragnehmer/-in baut Baumsubstrat mit zu hohem Verdichtungsfaktor ein
- Auftragsvergabe an Unternehmen mit Fachexpertise (ggf. Referenzen bei Ausschreibung fordern)
- Kontrolle
- Sensibilisierung
Auftragnehmer/-in weist auf unklare Bodenverhältnisse hin, die Auswirkungen auf Baufristen oder Baupreise haben können
- Bodengutachten vor Ausschreibung
Pflanzgrubensohle ist wasserundurchlässig
- Prüfung, ob mit Bohrungen durchbrechbar
Staunässe in der Pflanzgrube
- Entwässerungsmaßnahmen
Anstehendes Grundwasser in der Pflanzgrube
- Pflanzgrube mit geringerer Tiefe vorsehen, angepasste Wahl der Baumart
Abdeckkappen von Belüftungen nur für Verkehrsflächen mit geringer Verkehrslast im Handel
- Grabenbelüftung ideal für unter Rad- und Fußwegen
- Bei höherer Verkehrslast Schwammstadt-substrat als Erweiterung des Wurzelraums einbauen
Keine direkte Pflanzung nach Lieferung möglich
- Fachgerechte/r Zwischenlagerung bzw. Einschlag mit Abdeckung und Feuchthaltung des Ballens bzw. und Schutz vor Frost